„Pop-up-Museum“ auf dem Eisleber Wochenmarkt

Am 27. Oktober 2020 fällt in Eisleben der Startschuss für das HEIMATSTIPENDIUM#2 der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt.

In den kommenden Monaten setzt der Künstler Thomas Jeschner in der Regionalgeschichtlichen Sammlung der Lutherstadt ein vielschichtiges Kunstprojekt um. Zum offiziellen Start präsentiert er am 27. Oktober von 10 bis 13 Uhr auf dem Eisleber Wochenmarkt sein „Pop-up-Museum“.

Jeschner zeigt an seinem Stand Exponate, die er zuvor im Fundus der Regionalgeschichtlichen Sammlung der Lutherstadt gesichtet hat. – Eine Sammlung zieht um – lautet der offizielle Titel seines Projekts. Dieses wird durch das HEIMATSTIPENDIUM der Kunststiftung in Sachsen-Anhalt ermöglicht.

Der Stipendiat möchte in diesem Rahmen die Regionalgeschichtliche Sammlung mit neuem Leben füllen. In den kommenden Monaten hat er Gelegenheit, sich Land und Leuten in Eisleben mit künstlerischem Blick zu nähern. „Ich bin gespannt und freue mich auf die Arbeit“, sagt der 53-Jährige.

Ziel ist es, in der Sammlung schlummernde Objekte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.  Auf diese Weise sollen die Eisleber für die reichhaltige Geschichte ihrer Heimat interessiert und sensibilisiert werden. Einzelne Exponate aus dem Fundus, der derzeit größtenteils nicht öffentlich zugänglich ist, sollen zeitweise an einem anderen Ort ausgestellt werden. Von Partnern, die Jeschner an seinem Stand auf dem Wochenmarkt und anderswo suchen und ansprechen möchte.

So werden diese Personen, Institutionen oder Einrichtungen für einen Tag selbst zum Museum, genauer zum „Pop-up-Museum“, wie Jeschner das nennt. Gezeigt werden Hausrat, Fahnen und Geräte aus dem Bergbau, Fossilien, Vogelpräparate, Faustkeile, alte Keramiken und vieles mehr.

Mehr über die Arbeit von Thomas Jeschner erfahren Interessierte im HEIMAT-Blog.

Thomas Jeschner wurde 1967 in Eisleben geboren und hat an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Germanistik und Geschichte studiert. Er ist bei zahlreichen Film- und Videoprojekten als Creative Producer in Erscheinung getreten.

Das Heimatstipendium

Bei diesem Programm, das sich an Kunstschaffende und Einrichtungen in Sachsen-Anhalt richtet, erhalten Künstler ein Jahr lang den Zugang zu Museen und deren Archiven, befassen sich mit den Sammlungen und erkunden die Bestände, um schließlich das kulturelle Erbe in ihrer eigenen künstlerischen Arbeit zu reflektieren. Zum Abschluss des Programms wird die zeitgenössische Kunst mit den Schätzen der verschieden ausgerichteten Sammlungen in Sonderausstellungen zusammengebracht und so gibt es in den Präsentationen nicht nur den „Blick zurück“, sondern auch Positionen aus der Gegenwart. Das Programm gibt auch den Museen die Möglichkeit, sich der zeitgenössischen Kunst zu öffnen, um ein neues Publikum an diese spannenden Orte zu locken und öffentliches Interesse zu wecken.

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