Europäische Industriekultur mit dem Rad erkunden

Die Europaroute der Industriekultur folgt weitgehend dem Verlauf des Steinkohlebandes mit dem Ziel die europäischen Reviere miteinander zu verbinden und die Historie entlang dieser Route erlebbar zu machen. Sie verläuft in West-Ost-Richtung durch den europäischen Kontinent entlang alter Eisenbahntrassen, Handelsrouten und Flüssen, auf denen die Rohstoffe und Materialien über Jahrhunderte transportiert wurden. Mit seinen Industrieregionen von Südwales und Cornwall über Nordfrankreich, Belgien, Saarland, Ruhrgebiet, Oberschlesien bis nach Tschechien.

Durch dieses Projekt können alte Infrastrukturen neu inszeniert werden und leerstehende Anlagen wieder in Wert gesetzt werden. Einige der Stationen sind bereits in die Liste der UNESCO- Weltkulturerbestätte mitaufgenommen worden, wie zum Beispiel die Ironbridge in England.

Mit einer Gesamtlänge von fast 3.700 km soll die Route langfristig in das europäische Radnetz eingegliedert werden. Inhaltlich knüpft die Europaroute der Industriekultur an die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl – auch Montanunion genannt – an, die seit 1952 bestand und 2007 von der Europäischen Union abgelöst wurde.

„Noch ist die Route nicht durchgängig befahrbar und noch an keiner Stelle ausgeschildert. Solche Projekte haben einen großen Zeithorizont, da immer wieder Abstimmungen getroffen werden müssen und jeder Abschnitt und jeder Kreis den Teil der Route in seinem Landkreis plant“, erklärt Annika Böhm, Projektkoordinatorin Radweg Industriekultur bei der Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH.

Innerhalb der Europaoute bildet der Landkreis Mansfeld-Südharz den westlichsten Teil des mitteldeutschen Reviers und führt dann weiter zur Anschlussstelle an das Lausitzer Revier.

Derzeit laufen die Planungen für den Streckenabschnitt durch Mansfeld-Südharz. Die Planung und Koordinierung des gesamtdeutschen Abschnittes liegt beim Regionalverband Ruhr.

„Das Ruhrgebiet gilt als Vorreiter beim Thema Rad und der Inwertsetzung von Industriekultur. Es ist sehr vorteilhaft, wenn Experten auf diesen Gebieten die Planung übernehmen, da hier Erfahrungswerte eine große Rolle spielen. Wir unterstützen den Regionalverband Ruhr mit unseren Zuarbeiten, um die Route zu vervollständigen“, so Böhm.

Christoph Rossmeissl, St. Gotthard

Die Route wurde konzeptionell vorbereitet und soll nun Stück für Stück zusammengesetzt werden. Eine Beschilderung der Route im Landkreis Mansfeld-Südharz ist langfristig geplant.

Das Projekt wird aus Mitteln der Bundesförderung STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlkraftwerkstandorten finanziert.