"Holz und Wald"-Tag: Auftaktveranstaltung des InnovationsHub „Zukunft Holz & Klima“

Holz und Wald Tag

Die Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH hat gemeinsam mit dem Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt und dem Landkreis Mansfeld-Südharz am 07.02.2022 zum “Holz und Wald”-Tag eingeladen.

Bei der Auftaktveranstaltung zur Etablierung des InnovationsHub “Zukunft Holz & Klima” wurde in einem “World Café”, sowie diversen Impulsvorträgen u.a. über die Weiterentwicklung bioökonomischer Prozesse zwischen Forst- und Holzwirtschaft für die nachhaltige Sicherstellung der Rohstoffversorgung gemeinsam mit regionalen Akteuren diskutiert.

Veranstaltungsort war die Festscheune Röblingen im Seegebiet Mansfelder Land.

Drei Thementische und viele Ideen

Innerhalb der Veranstaltung gab es drei Thementische, die sich unterschiedlichen Schwerpunkten widmeten. Die vorab in Gruppen eingeteilten Teilnehmer nahmen im Wechsel an jedem der Thementische teil. An jedem Tisch gab es drei Kernfragen als Diskussionsgrundlagen. Die Ergebnisse wurden gesammelt und am Ende zusammengeführt. Sie sollen in das Konzept des zukünftigen InnovationsHubs einfließen und Grundlage für weitere Workshops sein.

Thementisch 1: Rohstofflieferant Holz

Kernfragen:
1. Welche Informationen sind nötig, um einen Waldumbau langfristig strategisch gezielt anzugehen?
2. Wie kommen die Informationen in den Wald und wie werden sie umgesetzt?
3. Wie wird der Waldumbau finanziert?

Erste Ergebnisse:
Die fehlende Verbindung zwischen Wald und Holzbetrieben entstammt dem Mangel an Informationen über den Bedarf der einzelnen Betriebe und der fehlenden Kommunikationen zwischen den lokalen Akteuren. Es muss ein Zusammenkommen von Waldökosystem und Waldnutzung erfolgen. Viele Sägewerke sind aufgrund ihrer Maschinen und Anlagen auf bestimmte Holzarten angewiesen und auch die Industrie benötigt Holzarten und -mengen, die verwertbar sind. Zudem fehlt die Anbindung zwischen Chemie-Unternehmen und Waldbesitzern, die eine stoffliche Verwertung der Hölzer durch die Herstellung von neuartigen Produkten ermöglichen könnten. Es gibt momentan riesige Kahlflächen in den Wäldern, die mit jungen und dünnen Hölzern aufgeforstet sind und noch keine klaren Inventionen für ihre Wirtschaftlichkeit vorweisen. Es besteht eine Unklarheit wie aufgeforstet werden soll und wie das aufgeforstete Holz in Zukunft nachhaltig bewirtschaftet werden kann. Neue Anreize müssen geschaffen sowie  Kommunikation und Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Aufgabenstellung für den InnovationsHub “Zukunft Holz & Klima”:
Koordination und Aufklärungsarbeit gehören zu den wichtigsten Aufgaben, die der InnovationsHub in Zukunft übernehmen kann. Eine beratende Rolle bei der Forschung in verschiedenen Bereichen kann durch den InnoHub erfolgen. Überzeugungsarbeit muss für nächste Generationen geleistet werden und die Waldeigentümer müssen mobilisiert werden.

Thementisch 2: Holzbereitstellung

Kernfragen:
1. Laufen Holzerntemaßnahmen nach Ihren Vorstellungen ab? Falls nicht, wo liegen Ihrer Meinung nach Hemmnisse?
2. Wie müsste aus Ihrer Sicht eine Organisation aussehen, der Sie Ihren Wald zur Bewirtschaftung anvertrauen würden bzw. über die Sie Ihr Holz vermarkten würden?
3. Haben Sie als Holzverbraucher Zugang zu regionalem Holz?

Erste Ergebnisse:
Hindernisse wie bspw. Dreck auf den Wegen, tiefe Furchen und schmale Wege sind große Herausforderungen bei der Holzernte. Eine Verbesserung in der Kommunikation und der Transparenz sollten hier angestrebt werden, ebenso könnten die Wege verbreitert werden. Die Holzernte wird sich zukünftig verändern und punktuell erfolgen. Die Herausforderung besteht darin einzelne Bäume zu ernten, ohne umliegende Bäume zu beschädigen. Dies sollte bereits bei der Anpflanzung beachtet werden. Durch die Unterstützung kleinerer und Privat-Waldbesitzer in Zusammenarbeit mit Forstbetriebsunternehmen, können auch kleine Kahlflächen durch die Anleitung der Fachexpertise aufgeforstet und nachhaltig bewirtschaftet werden. Die Entwicklung neuer Ideen und Technologien ist momentan zweitrangig, eher sollte eine Suche und Bewertung bereits bestehender Projekte durchgeführt werden. Schmale Förderungen und komplizierte Förderrichtlinien sind ein weiteres Problem. Fachpersonal wird in Forstbetrieben und Forstverwaltungen benötigt, auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig das Thema Aus- und Weiterbildung ist.

Ziele für den InnovationsHub “Zukunft Holz & Klima”:
Zur Unterstützung muss der InnovationsHub die Vernetzung zwischen den Akteuren stärken und mögliche Lösungen als Netzwerkmaßnahme erbringen. Die Aufbereitung von Ideen und Informationen in verständlicher Form sollte für eine einfache Umsetzbarkeit, Verständlichkeit und Marktfähigkeit sorgen. Der InnovationsHub kann ebenfalls als ein Berater für das Thema Förderung agieren.

Thementisch 3: Holzbau

Kernfragen:
1. Was ist erforderlich, um neuartige Holzbauelemente nachhaltig herstellen zu können?
2. Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um das nachhaltige Bauen mit Holz umsetzen zu können?
3. Gibt es in Ihrem Unternehmen Geschäftsideen, die Sie nicht eigenständig umsetzen können?

Erste Ergebnisse:
Zum Thema Holzbau konnten durch den Thementisch diverse Probleme und Ansätze besprochen werden. Wie bei den anderen Thementischen wurde auch hier auf die Wichtigkeit der Aus- und Weiterbildung hingewiesen, nicht nur um bereits bestehende Fachkräfte fortzubilden, sondern auch Nachwuchs in diesen Bereichen zu gewinnen. Weiterhin wurde betont, dass ein Netzwerkknoten notwendig ist, da viele Akteure und Betriebe sich untereinander nicht kennen und eine digitale Erfassung des Ist-Zustandes der Wälder und somit ein Netzausbau erforderlich ist. Es wurde darüber gesprochen, dass die Fichte als Hauptbauholz ggf. ungeeignet ist, allerdings für den Bau mit Buche die Verarbeitungsindustrie fehlt. Ein weiterer wesentlicher Punkt, der die Akteure zum Thema Holzbau beschäftigt, sind die langen Bauzulassungsverfahren in Deutschland und die Bauordnung, welche umgeschrieben und angepasst werden müsste. Die Gründung der Marke „Holzsysteme Südharz“ ist hier eine zu diskutierende Zukunftsidee.

Aufgaben für den InnovationsHub “Zukunft Holz & Klima”:
Im Bereich Holzbau sehen die Akteure einige Möglichkeiten, wie der InnovationsHub unterstützen kann. Vorrangig ist es wichtig, dass dieser vertreten durch das Projektteam bekannter wird, präsenter auftritt und direkt an die Unternehmen herantritt und in den Austausch mit den Unternehmen geht. Als Netzwerkknoten kann der InnovationsHub Aufgaben wie den Wissenstransfer und die Unterstützung bei Förderanträgen übernehmen.

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Im Fokus der Veranstaltung stand die Stärkung und Weiterentwicklung holzbasierter Wertschöpfungsketten in der Region Südharz und darüber hinaus, mit der Unterstützung der lokalen Wald- und Forstbesitzer sowie der Holzwirtschaft.

„Wir möchten mit den Teilnehmenden in eine Diskussion treten und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln, die die Region erfolgreich in die Zukunft führen“, erklärt Dr. Pouria Rezaee Niaraki, Projektmanager InnovationsHub „Zukunft Holz & Klima“ mit Blick auf die Veranstaltung.

Die Auftaktveranstaltung richtete sich an alle Interessierten aus der Forst- und Holzwirtschaft, des Bauwesens, Vertreter von Forschung- und Entwicklung, sowie der Regional- und Landespolitik.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Website der SMG.

InnovationsHub “Zukunft Holz & Klima”

Mit der Entstehung des InnovationsHub „Zukunft Holz & Klima“ gibt es nun einen völlig neuen Ansatz, die bevorstehenden Transformationsprozesse in Verbindung mit dem Ausstieg aus fossilen Ressourcen, für die Wirtschaft und vor allem für die Menschen der Region, zu gestalten.

„Der InnovationsHub versteht sich als eine Denkwerkstatt“, so Diana zur Horst-Schuster, Geschäftsführerin SMG. „Die Etablierung dieses Schlüsselprojekts schafft zukünftig nicht nur eine Verlängerung und Weiterentwicklung der Wertschöpfungskette, sondern bildet ebenso einen Netzwerk- und Informationsknoten für Kooperation, Aus- und Weiterbildung, Forschung, Entwicklung und Innovation mit der thematischen Ausrichtung ‚Holz′.“

„Der Landkreis Mansfeld-Südharz im Süden Sachsen-Anhalts gehört in Deutschland zu den Regionen, für die der Ausstieg aus fossilen Rohstoffen existenzielle Veränderungen bedeutet“, erklärt der Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz, André Schröder. „Kompetente und engagierte Menschen werden gebraucht, um neue Perspektiven zu schaffen und Lust auf Zukunft in unserer Region zu machen.“

Ein neuer Ansatz sei dabei, dass aus den vorhandenen Potenzialen und der Tradition der Forst- und Holzwirtschaft im Südharz heraus gedacht wird. Die Unterstützung des Ministeriums und des BioEconomy e.V., aber auch der lokalen Akteure ist dabei sehr wichtig.

Thomas Wünsch, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, betont: „Ein erfolgreicher Strukturwandel hat viele Gesichter. Ein wichtiger Baustein dafür ist der neue ‚InnovationsHub′, der Nachhaltigkeit und Klimaschutz mit Wachstumschancen und neuen Arbeitsplätzen verknüpft. Das Projekt vernetzt Menschen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz, um die Region Mansfeld-Südharz voranzubringen und eine wirtschaftliche Zukunft fernab der Braunkohle zu gestalten.“

Beim InnovationHub fließen vielfältige Kompetenzen, Ideen, Akteure und Technologien zusammen und werden kreativ und ergebnisorientiert vernetzt, um bioökonomische Prozesse zwischen der regionalen Forst- und Holzwirtschaft mit Mitteln des Strukturwandels zu fördern, um nachhaltig wirtschaften und neue Arbeitsplätze entwickeln zu können.

Weitere Informationen zum InnovationsHub finden Sie hier.

Das Projekt wird aus Mitteln der Bundesförderung STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten finanziert.